Yogatherapie

Yoga ist eine anerkannte Methode der Verhaltensprävention

Der Schutz vor Krankheiten und die Förderung von Gesundheit gelingt beim Yoga über mehrere Handlungsfelder:

  • Überprüfung von Bewegungsgewohnheiten
  • Stressmanagement
  • Überprüfung von Ernährungsgewohnheiten
  • Hilfe zur Selbsthilfe in Bezug auf Suchtmittelkonsum

Solange man gesund ist, hilft Yoga. So die Logik der Primärprävention.

Wenn ich krank bin, was nun? Taugt Yoga noch?

 

Yogatherapie

Die Gratwanderung zwischen Gesundheit und Krankheit ist fließend. In der Naturheilkunde, die sich auf der Salutogenese stützt, sind Gesundheit und Krankheit 2 unterschiedliche Modi, die dasselbe Ziel haben:

Das Bewahren einer dynamischen, inneren Balance (Homöostase), bzw. die Wiederherstellung der inneren Balance.

Der Unterschied zwischen Yoga und Yogatherapie liegt wie eben dargestellt im Fokus:

  • Yoga: Gesundheitsförderung, das Bewahren der Homöostase
  • Yogatherapie: Die Wiederherstellung der Homöostase durch die Behandlung von Krankheiten und die Linderung von Beschwerden

In Deutschland muss zudem der Yogatherapeut über eine Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde als Arzt oder Heilpraktiker verfügen.

 

Die Yogaphilosophie deutet auf das therapeutische Ziel der Methode hin

In den Yoga Sutra von Patanjali (2 Jht. v.Chr.), ein wichtiger Quellentext für die Yoga-Methode, findet man drei wichtige Leitsätze.

Patanjali 2. Kapitel Sutra 46, 47, 48 (frei übersetzt und kommentiert)

  1. Die Haltung soll unbeweglich und bequem sein, d.h. die Qualität von Stabilität und innerem Wohlgefühl aufweisen.
  2. Die Haltung wird durch Loslassen von Spannungen und den Fokus auf das Unendliche (Meditation) gemeistert.
  3. Dadurch wird man frei von antagonistisch wirkenden Kräften.

Dieser letzte Satz deutet auf die Wiederherstellung der Homöostase hin. Traditionell ist hier die Auflösung von inneren Konflikten auf der psychischen Ebene gemeint. Ich übertrage gern diesen Leitsatz auf die Körperebene und auf die Möglichkeit, krankhafte Prozesse durch entsprechendes Training (Punkt 1 und 2) zu beheben. Zum Beispiel hilft Yoga, Fehlhaltungen zu korrigieren, die auf muskuläre Verspannungen (Dysbalance) beruhen. Denn das Zusammenspiel von Gegenspielern im Bewegungsapparat ist oft durch den Hyper- bzw. Hypotonus (zu viel oder zu wenig Spannung) von bestimmten Muskel-Paaren gestört.

Der zweite Leitsatz deutet auf die Methodik des Yoga hin: durch ein ausgewogenes Körpertraining unnötige Spannung loslassen und den Geist auf den Atem (als Ausdruck des Unendlichen) ausrichten.

Der erste Leitsatz beschreibt das Ergebnis: die Wiederherstellung einer harmonischen Körperhaltung als Ausdruck der Homöostase.

 

Das therapeutische Yogakonzept für Menschen mit gesundheitlichen Beschwerden

Yogatherapie wirkt als Impuls

  • auf die physiologischen Systeme (autonome Nervensystem, Hormonsystem, Immunsystem…)
  • auf das Bewegungs- und Haltesystem
  • auf die Psyche

Die verschiedenen Techniken (Entspannung, Atemschulung, Gelenkauflockerung, Aufbau einer stabilen Körperstatik, Dehnung und Meditation) werden stets achtsam, mit sanfter Atemlenkung und in einem ruhigen Setting ausgeführt. Das ist der Schlüssel zu einem positiven Erlebnis in der Übung. Die Selbstkompetenz und ein positives Körpergefühl werden dadurch gestärkt.

 

Anwendungsmöglichkeiten

  • Rückenprobleme und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates
  • Stoffwechselstörungen und Erkrankungen des Verdauungssystems
  • Erkrankungen der Atemorgane
  • Herzkrankheiten und Arteriosklerose ( Yoga für das Herz)
  • Hormonell-bedingte Störungen (Hormon Yoga)
  • Psychosomatische Störungen

Die Anpassung von Yoga-techniken auf gesundheitliche Probleme macht Sinn. Bedürfnis-orientierte Übungspläne, typgerechte Ernährungsberatung und Stressabbau helfen langfristig, die Yogapraxis als Therapie zu betrachten.