Stress und Trauma

Es kam letztlich ein Kind zu mir in die Praxis und sagte:
„Ich brauche Hilfe. Ich denke nur schlecht und das fühlt sich nicht gut an…
Ich will mich nicht immer schlecht fühlen. Oft bin ich in der Schule sehr angespannt und abends zuhause traurig.
Nur schlechte Gedanken habe ich, wie zum Beispiel:
„Wer bin ich?“
„Was ist, wenn ich tod bin?“

 

Die subjektive Bewertung von richtig und falsch

Das Kind bewertet bestimmte Gedanken als schlecht, weil sie beunruhigend wirken und ein „schlechtes“ Gefühl wie zum Beispiel eine diffuse Anspannung im Bauch verursachen. Sind es deswegen schlechte Gedanken?

Dieses Phänomen kennen wir alle.
Das Herz ist traurig oder schwermütig und der Kopf sagt, die Ursache für dieses Unwohlsein muss logischerweise schlecht sein. Das schlechte Gefühl wird dann oft abgespaltet und in die Tiefe des Unterbewusstseins verdrängt. Die Ursache für das Unwohlsein wird vermieden oder abgewehrt.
Leider löst sich eine negative Emotion nicht dadurch auf, dass man sie nicht spüren will. Auch nicht dadurch, dass man die Assoziationen dazu nicht denken will.
Sie bleibt bestenfalls diffus und taucht immer wieder in Situationen auf, die man als schlecht bewertet, weil sie das Unwohlsein verstärken.
Solcher Umgang mit unangenehmen Gefühlen werden oft in Form von körperlichen Symptomen abgespeichert, weil jede Emotion eine ganz bestimmte körperliche Reaktion auslöst, die nicht richtig ausgelebt werden darf. Irgendwann verselbstständigen sich solche abgespaltenen psychischen Inhalte und können krankmachen. Die Krankheit ist dann der Versuch unerlöste Konflikte zwischen Herz und Verstand an die Oberfläche des Bewusstseins zu bringen.

 

„Ich mag mich so wie ich bin, auch wenn ich mich manchmal schlecht fühle.“

In dem oben geschilderten Fall wurde dem Kind im Laufe einer Kinesiologie-Sitzung möglich, das „schlechte Gefühl“ als Teil seines Erlebens zu integrieren. Die Überzeugung, dass etwas nicht stimmt, wenn es sich nicht nur gut fühlt, konnte es loslassen.
Seine Sinnsuche „Wer bin ich?“ wird weiter bestehen aber sie ist nicht mehr destabilisierend. Im Gegenteil sie wird auf dem Weg einer sinnstiftenden Persönlichkeitsentwicklung integriert.

 

Wege aus Stress und Trauma

Aus dem obengeschilderten Fall wird klar, dass das eigentliche Problem bei der Verarbeitung von Stress meistens folgendes ist:
– die Diskrepanz zwischen Herz und Verstand
– die Bewertung der Dinge und Erlebnisse mit dem Kopf einerseits und die Bemühung den Körper nicht spüren zu wollen andererseits
– die natürliche Neigung, Leid zu vermeiden und nach Glück zu streben

Im Umkehrschluss basieren seelische und körperliche Heilungsprozesse auf Annahme, Akzeptanz und sinnvolle Integration von abgewehrten Schmerzen und belastenden Zuständen. Der Prozess sollte möglichst ganzheitlich sein, das heißt sowohl einen körperorientierten als auch einen kognitiven und seelisch-psychischen Ansatz beinhalten.

Hier sind die Themen Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung sehr eng miteinander verknüpft, weshalb eine Praxis der Achtsamkeit (z.B. Meditation) sehr sinnvoll sein kann, um den wertfreien Blick auf Gedankenmuster, Gefühle und Verhaltensweisen zu üben. Damit können oft leidvolle Verbindungen zwischen Gefühlen und Wirklichkeit erkannt werden und Stress aufgelöst werden. Die Meditation ist besonders hilfreich als Hilfe zur Selbsthilfe und unterstützt sinnvollerweise jede therapeutische Maßnahme.

Oft hat man allerdings für die eigenen Probleme „einen blinden Fleck“. Dieser blinde Fleck ist für das Unbewusste immer die bestmögliche Strategie, um mit Stress um zu gehen. Es gibt leider viele kontraproduktive, unbewusste Strategien, die viel Kraft kosten und auch Leid (z. B. in Form von manifestierten Krankheiten) verursachen. Da kann es sinnvoll sein, eine/en Therapeutin/en aufzusuchen.

Bei gravierender Traumatisierung (Gewalterfahrungen, Missbrauch, Verlust) ist es besonders ratsam, sich bei Aufdeckungsprozessen von einer/en erfahrenen Therapeutin/en begleiten zu lassen.

In meiner Arbeit hat sich bei der Stressauflösung und Traumlösung die Kombination von Kinesiologie, Hypnose und Atemtherapie besonders bewährt.

 

Mehr Informationen zum Thema Stressabbau

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